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Crossminton-Handbuch

Was gutes Vermitteln ausmacht

Trainingsgestaltung · Trainer-Perspektive

Erklärteil

offen

Wer Crossminton vermittelt, steht vor einer anderen Aufgabe als wer es spielt. Du musst nicht selbst den perfekten Schlag können — du musst dafür sorgen, dass andere ihn finden. Das ist ein eigenes Handwerk, und es lässt sich lernen.

Die wichtigste Grundhaltung ist einfach: Denk vom Spielen her. Menschen kommen zum Crossminton, weil sie spielen wollen, nicht weil sie Bewegungsabläufe zerlegen wollen. Wer eine Gruppe eine halbe Stunde lang isoliert Schläge üben lässt, bevor der erste Ballwechsel stattfindet, verliert genau das, was die Leute hergebracht hat. Gutes Vermitteln bringt die Menschen früh ins Spiel und schärft die Technik von dort aus.

Daraus folgt ein Leitgedanke, der sich durch alle folgenden Bausteine zieht: erst die Erfahrung, dann die Erklärung. Lass die Lernenden eine Situation erleben, bevor du sie erklärst. Ein Anfänger, der gemerkt hat, dass er den Speeder nicht erreicht, versteht die Beinarbeit anders als einer, dem du sie vorab erklärst.

Sieh dich als Gärtner, nicht als Dozent vor der Tafel. Du erschaffst die Bedingungen, unter denen etwas wächst — die richtigen Spielformen, die passenden Aufgaben —, und greifst gezielt ein, wo es nötig ist. Wachsen muss die Fähigkeit selbst.

Die vier folgenden Bausteine zeigen die vier Handwerke des Vermittelns: einen Inhalt zugänglich machen, Fehler erkennen und korrigieren, Übungen aufbauen, eine Gruppe führen.

Reflexionsaufgabe

offen

Denk an einen Trainer oder Lehrer, bei dem du selbst etwas gut gelernt hast — in welchem Sport oder Fach auch immer. Was hat diese Person konkret getan? Erklärte sie viel, oder ließ sie dich früh selbst probieren? Wie ging sie mit Fehlern um? Notiere dir zwei, drei Dinge, die du übernehmen möchtest. Deine eigene Lerngeschichte ist die beste erste Quelle für deinen Vermittlungsstil.

Einordnung
Vermittlungsziele
Bewegungskern herausarbeiten, Demonstrieren / Modell geben