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Crossminton-Handbuch

Funktionskleidung

Ausrüstung · Einsteiger

Erklärteil

offen

Bei der Kleidung steht eine Regel über allem, und sie ist crossminton-eigen: Berührt der Speeder deinen Körper oder deine Kleidung — ausdrücklich samt Schuhen und Socken —, ist der Punkt verloren. Weite, flatternde Sachen sind damit ein unmittelbares Risiko. Ein loses Hemd, das der Speeder im Vorbeiflug streift, kostet dich den Ballwechsel. Die erste Regel der Spielkleidung heißt deshalb schlicht: eng genug, dass nichts flattert.

Dazu kommt bei offiziellen Turnieren die Trikot-Pflicht. Auf den großen Turnieren trägst du in allen Matches ein Oberteil mit deinem Namen und deinem Land auf dem Rücken; auf kleineren gilt das ab dem Halbfinale, auf den 100-Punkte-Turnieren gar nicht. Die Einzelheiten stehen im Turnier-Regularium unter „Regeln“.

Beim Material lohnt ein Blick auf den Stoff. Baumwolle saugt sich mit Schweiß voll und hält dann eine feuchte Schicht direkt auf der Haut; im Hochsommer kühlt das angenehm, an kühlen Tagen holt es dir die Wärme aus dem Körper. Funktionsfasern aus Polyester nehmen kaum Feuchtigkeit auf, transportieren sie nach außen und trocknen schnell — für kurze, intensive Einheiten die erste Wahl. Merinowolle nimmt zwar Feuchtigkeit auf, leitet sie aber besser ab als Baumwolle und riecht länger frisch; ihre Stärke ist langes Tragen bei wechselnder Temperatur.

Für draußen hilft das Schichtprinzip: eine dünne Basisschicht, die den Schweiß von der Haut wegführt, darüber eine wärmende Schicht aus eingeschlossener Luft und bei Wind oder Nässe eine Schutzschicht obenauf. Der Vorteil ist, dass du Schichten ablegen und wieder anziehen kannst. Wichtig ist die Durchgängigkeit: Eine einzige Baumwollschicht mittendrin saugt sich voll und macht das ganze System zunichte. An kühlen Tagen darf die Kleidung ruhig etwas lockerer sitzen, weil die Luft dazwischen isoliert — „locker“ meint hier eine Luftschicht, kein Flattern; die Fehlerregel von oben gilt weiter.

Wind und Sonne verlangen wenig Extra. Eine winddichte, eng geschnittene Jacke hält den Wind ab und bleibt trotzdem atmungsaktiv; bei Wind ist eine flatternde Jacke doppelt ungünstig, als Punktrisiko und als Störung. Gegen Sonne gibt es Sportshirts mit hohem UV-Schutz, die deutlich mehr abhalten als ein weißes Baumwollshirt. Wie warm oder kalt dir dabei wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden; gerade deshalb ist das Schichtprinzip so praktisch, denn es lässt sich an dein eigenes Empfinden anpassen.

Reflexionsaufgabe

offen

Zieh an, was du beim Spielen trägst, und mach einen tiefen Ausfallschritt: Flattert irgendwo etwas, das der Speeder erwischen könnte? Fühl den Stoff — Baumwolle, die sich vollsaugt, oder Funktionsmaterial, das trocken bleibt? Und wenn du draußen spielst: Hast du eine Schicht dabei, die du bei Wind oder Kälte über- und bei Wärme wieder ausziehen kannst?

Einordnung