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Crossminton-Handbuch

Fehler erkennen und korrigieren

Trainingsgestaltung · Trainer-Perspektive

Erklärteil

offen

Korrigieren ist mehr, als einen Fehler zu benennen. Die eigentliche Kunst liegt darin, hinter dem sichtbaren Fehler die Ursache zu finden — denn beide sind selten dasselbe.

Ein Beispiel: Der Speeder eines Lernenden landet immer zu kurz. Das ist das Symptom. Die Ursache kann ganz woanders liegen — im verkrampften Griff, im zu späten Treffpunkt, in fehlender Gewichtsverlagerung, in einer schlechten Ausgangsstellung. Wer nur am Symptom herumdoktert („spiel weiter"), ändert nichts. Wer die Ursache trifft, löst das Problem mit einem Hinweis.

Deshalb zerfällt gutes Korrigieren in drei Schritte. Erstens sehen: Schau gezielt auf die Stelle, an der die Bewegung entsteht, nicht nur auf ihr Ergebnis. Zweitens schließen: Frag dich, welche Ursache das gesehene Fehlerbild am wahrscheinlichsten erklärt. Drittens ansagen: Gib genau einen Hinweis, der die Ursache adressiert — positiv formuliert, als Handlung, die der Lernende ausführen kann. „Triff den Speeder weiter vorn" führt weiter als „du triffst zu spät".

Sei Diagnostiker, nicht Kommentator. Ein Kommentator beschreibt, was schiefging. Ein Diagnostiker findet, warum — und nur das lässt sich behandeln.

Ein wichtiger Grundsatz zum Schluss: Korrigiere sparsam. Eine Korrektur, die sitzt, ist mehr wert als fünf, die den Lernenden überfordern. Und gib der Bewegung Zeit — nicht jede Änderung greift beim ersten Versuch.

Reflexionsaufgabe

offen

Nimm ein häufiges Fehlerbild — etwa „der Aufschlag geht immer ins Aus" oder „die Rückhand kommt zu kurz". Sammle für dieses eine Symptom mindestens drei mögliche Ursachen an verschiedenen Stellen der Bewegung. Überleg dir dann für jede Ursache eine positive, handlungsorientierte Korrekturansage. Diese Übung — von einem Symptom auf mehrere mögliche Ursachen schließen — ist der Kern des Korrigierens.

Einordnung
Vermittlungsziele
Fehlerbild erkennen, Ursache von Symptom trennen, Korrekturansage geben
Voraussetzungen
Was gutes Vermitteln ausmacht