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Crossminton-Handbuch

Die Bespannung

Ausrüstung · Fortgeschritten

Erklärteil

offen

Die Bespannung ist die Stelle, an der sich Crossminton am deutlichsten vom Badminton unterscheidet — und an der die meisten Missverständnisse kursieren, weil viele Spielerinnen und Spieler aus dem Badminton kommen. Wer die Badminton-Gewohnheiten einfach überträgt, liegt hier daneben.

Bespannt wird mit Squash- oder Tennissaiten, mit einer Stärke von höchstens etwa 1,25 Millimetern. Zum Vergleich: Im Badminton sind rund 0,65 Millimeter üblich. Der Grund liegt im Ball. Ein Speeder von 8 bis 10 Gramm bei Tempo bis gegen 290 Kilometer pro Stunde belastet die Saiten ungleich stärker als ein Federball; eine dünne Badmintonsaite hielte das nicht lange aus. Verwendet werden weichere Multifilamentsaiten, die den Arm schonen, aber schneller nachlassen, und härtere Monofilamentsaiten, die länger halten und ein direkteres Gefühl geben.

Die eigentliche Stellschraube ist die Härte. Eine härtere Bespannung gibt dir mehr Kontrolle und Ballgefühl und weniger Kraft aus der Saite; eine weichere dreht das um. Das anschauliche Modell dafür ist das Trampolin: Ein locker gespanntes Tuch schleudert den Ball kräftig zurück, ein straff gespanntes gibt weniger nach und lässt sich dafür genauer steuern. Daraus folgt eine Faustregel, die aus dem Badminton stammt und gut überträgt: Wer noch nicht genug Kraft aus der eigenen Technik holt, gewinnt mit einer weicheren Bespannung; wer Kraft genug hat und trotzdem an Länge verliert, gewinnt mit einer härteren. Der einfachste Selbsttest: Segeln deine Bälle regelmäßig über das Feld hinaus, spricht das für härter; fallen sie zu kurz, für weicher.

Ändere die Härte behutsam und in kleinen Schritten. Ein großer Sprung kostet dich das Ballgefühl, nimmt zu viel Kraft und belastet den Schlagarm — das ist der Punkt, an dem falsche Ausrüstung dem Körper schadet. Taste dich lieber langsam an deinen Wert heran.

Ein paar Richtwerte zur Einordnung, keine Vorschriften: Auf den Turnierschlägern steht oft eine Empfehlung wie „16 x 14 kp“ — 16 Kilopond längs, 14 quer, als empfohlenes Maximum. Aluminiumrahmen vertragen weniger, meist bis etwa 12 Kilopond; Carbonrahmen liegen darüber. Als grobe Grenze gilt, höchstens etwa zwei Kilopond über die Empfehlung auf dem Rahmen zu gehen — Kilopond und Kilogramm meinen dabei dasselbe. Und weil eine Bespannung auch ohne Riss über die Wochen an Spannung verliert, ist ein gerissener Faden der späteste, nicht der beste Zeitpunkt zum Neubespannen.

Reflexionsaufgabe

offen

Schau nach, was auf deinem Rahmen als empfohlene Bespannung steht, und ob er aus Aluminium oder Carbon ist — das steckt den Rahmen ab, in dem du dich bewegen kannst. Dann beobachte deine Bälle im nächsten Spiel: Fallen sie eher zu kurz oder segeln sie zu lang? Wenn du daraufhin etwas ändern willst, ändere es in einem kleinen Schritt und spür nach, bevor du weitergehst.

Einordnung